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Sonntag, 22. September 2013

ANEKDOTEN AUS DEM AKADEMIEALLTAG

Jan Schütte hat sich acht Wochen Sommerferien geleistet. Das ist natürlich schön, für seine Gehaltsklasse aber eher ungewöhnlich.

Montag, 15. Juli 2013

ANEKDOTEN AUS DEM AKADEMIEALLTAG

Jan Schütte packt die Probleme beim Schopf und reagiert auf den Ruf der Belegschaft nach geregelten Arbeitszeiten, haltbarer Entlöhnung und einem gewissen Mass an Nachvollziehbarkeit seiner Entscheidungen mit - gratis Jogastunden für die Belegschaft! Work hard, play hard - hier hat jemand die Techniken neoliberaler Unternehmensführung genau studiert.

Donnerstag, 20. Juni 2013

ANEKDOTEN AUS DEM AKADEMIEALLTAG

Da hat Jan Schütte mit Auma Obama also ein Celebrity für die Diplomverleihung an Land gezogen. Die ehemalige Studentin der DFFB ist jedoch nicht als Filmemacherin, sondern als Halbschwester des zweifelhaften US-Präsidenten Barack Obama zu einer gewissen Bekanntheit gekommen. Diese Einladung ehrt also die anhaltenden Drohnenangriffe in Pakistan, den NSA-Terror und Guantanamo. Es ist eine kopflose Entscheidung für die Macht und gegen die Menschlichkeit. Shame on you, Mister Schütte!

Freitag, 17. Mai 2013

PIKANTE ANEKDOTEN AUS DEM AKADEMIEALLTAG

Wir gratulieren Jan Schütte zu seiner mutigen Entscheidung, sämtliche Mittel aus der vom Senat bewilligten Budgeterhöhung in sein eigenes Gehalt zu investieren. Leider haben wir keine Einsicht in die offiziellen Zahlen, dürfen auf der Basis unterschiedlicher Quellen und Rechnungen aber von einem aktuellen Direktorengehalt über der 200'000er-Grenze ausgehen. Zwar ist die Belegschaft massiv überarbeitet und die Dozentenschaft desaströs entlöhnt, Herr Schütte hält dem Druck jedoch stand und an seinem Ziel fest; möglichst viel für sich selber. Immerhin auf dieser Ebene ist eine klare Linie in Jan Schüttes Direktionsentscheidungen zu erkennen. Das ist zumindest ein Anfang.

Montag, 11. Februar 2013

PIKANTE ANEKDOTEN AUS DEM AKADEMIEALLTAG

Mehrfacher unabhängiger Quellen zufolge ist Jan Schütte über die zwei Forumsfilme der DFFB an der diesjährigen Berlinale unglücklich ("Das merkwürdige Kätzchen" der Smashhit von Ramon Zürchen und "Sieniawka" von Marcin Malaszczak). Als Konsequenz wolle er die Individual- und Abschlussfilme "zukünftig enger betreuen". Wir fürchten uns davor!

Dienstag, 30. Oktober 2012

ANEKDOTEN AUS DEM AKADEMIEALLTAG

Die Räumlichkeiten der DFFB sind mittlerweile direkt über die Website der Akademie buchbar und stossen bei Firmen (z.B. Mercedes) und Organisationen (z.B. dem Arbeitsgeberverband) auf reges Interesse.  Bei den mittlerweile fast wöchentlich stattfindenen Abendveranstaltungen ist den Studenten der Aufenthalt in den Räumen verboten. Sie müssen die Akademie über den Hinterausgang (an den Frauentoiletten vorbei) verlassen. Die Personalpolitik bei den Pförtnerjobs steht wahrscheinlich auch in diesem Zusammenhang. Kein slavischer Akzent soll die gut betuchten Gäste verwirren.

Donnerstag, 24. Mai 2012

ANEKDOTEN AUS DEM AKADEMIEALLTAG

Die Pförtnerjobs werden ab sofort nur noch an Studenten deutscher Abstammung vergeben. Jan Schütte begründet seine Entscheidungen bei den diesjährigen Jobvergaben mit möglichen Missverständnissen, die bei leichten Aktzentschwankungen in der Kommunikation mit der Feuerwehr entstehen könnten. Wir glauben nicht daran. http://www.antidiskriminierungsstelle.de

Samstag, 24. Dezember 2011

PRESSESPIEGEL III

 Frankfurter Allgemeine Zeitung

Unruhe an der dffb
Die Tradition des Politischen

Die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) ist eine Ausbildungsstätte mit einer besonderen Tradition. Dazu zählt wesentlich das Erbe von 1968. Damals wurde die Akademie von den Studierenden besetzt und nach dem sowjetischen Dokumentaristen Dziga Vertov neu benannt, damals wurde auch eine große Gruppe relegiert, darunter Harun Farocki und Hartmut Bitomsky. Eine bei allen Veränderungen bemerkenswerte Kontinuität des Arbeitens an dieser Ausbildungsstätte für Filmschaffende äußerte sich darin, dass Bitomsky 2006 zum neuen Rektor der dffb bestellt wurde. Drei Jahre später erklärte er seinen Rücktritt, nach internen Auseinandersetzungen, die auf massive Spannungen auch unter den Studierenden schließen ließen. Als Bitomskys Nachfolger wurde der eigentlich schon 2006 designierte Jan Schütte eingesetzt, mit dem sich nun die Ereignisse zu wiederholen scheinen. Vergangene Woche wurde ein Brief veröffentlicht, demzufolge „die StudentInnen der dffb beschlossen haben, sämtliche Organe der studentischen Mitbestimmung ersatzlos aufzulösen“. Dies als Reaktion darauf, dass Schütte die Mitbestimmung seit seinem Amtsantritt „in der Praxis“ schon abgeschafft habe. Schütte wiederum zieht die Repräsentativität des Schreibens in Zweifel: „Ich weiß nicht, ob das von fünf oder von zwanzig Studenten kommt“, sagte er dem Berliner Stadtmagazin „tip“. In dem Streit, der in seinen Konstellationen bis in die Zeit von Bitomskys Vorgänger Reinhard Hauff zurückreicht, geht es unausdrücklich, aber entscheidend um die Identität der dffb, die gerade in ihrer politischen (oder politisierenden) Tradition ein Alleinstellungsmerkmal hat, das heute eigentlich wieder leichter zu vermitteln sein müsste. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein. So droht der dffb im Grunde mittelfristig eine Abwicklung durch Normalisierung – wenn sie demnächst von der HFF in Potsdam nicht mehr zu unterscheiden ist, gibt es keinen Grund mehr, in Berlin zwei Filmhochschulen zu unterhalten. Was dabei verloren gehen könnte, kann nur begreifen, wer bei Film an mehr als nur an Output denkt. breb.
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22.12.2011 Seite 31

PRESSESPIEGEL II

 critic.de

Wieso sanktioniert der Berliner Senat die Zustände an der DFFB? Weil er sie selbst hat verkommen lassen?
 http://www.critic.de/aktuell/kosslick-schweiger-und-die-dffb-berliner-business-as-usual-3497/

PRESSESPIEGEL I

Der Tagesspiegel

"Schütte äußerte sein Erstaunen über den Vorgang. Die Stimmung im Haus sei gut, der Akademische Rat, in dem die Studenten bisher vertreten waren, kein Entscheidungs-, sondern ein Beratungsgremium."
http://www.tagesspiegel.de/kultur/nachrichten-kaethe-be-gestorben-querelen-in-der-dffb/5989854.html

Donnerstag, 15. Dezember 2011

PIKANTE ANEKDOTEN AUS DEM AKADEMIEALLTAG

Flurfunk von oben
Mehrere Studenten berichten, Regiedozent Kamal Aljafari habe sie wissen lassen, Jan Schütte und er seien im Gespräch über mögliche Disziplinierungsmaßnahmen für "repektlose" Studenten. Insbesondere sollen Exmatrikulationen vereinfacht werden.

PIKANTE ANEKDOTEN AUS DEM AKADEMIEALLTAG

Die Wahrung der Außenwirkung
Die offzielle Website der DFFB reagiert mit keinem Wort auf den offenen Brief der Studentenschaft und die Auflösung sämtlicher Organe der studentischen Repräsentation an der Akademie.

PIKANTE ANEKDOTEN AUS DEM AKADEMIEALLTAG

Geschichte einer Personalbesetzung
Jan Schütte hat Kamal Aljafari während seiner Lehrzeit in Havard kennengelernt. Seit dem 1. Oktober ist dieser nun leitender Dozent des Studiengangs Regie. Eine Kommission für die Personalbesetzung hat es nie gegeben. Kamal Aljafari wurde zwar als Dozent über den Mailverteiler angekündigt, bisher jedoch nicht vorgestellt oder offiziell eingeführt. Der Kontakt zu seinem Vorgänger Marin Martschewski wurde nicht hergestellt - im Gegenteil; Kamal Aljafari wurde im Glaube angestellt, der erste Angestellte in dieser Funktion zu sein. Übrigens wurden weder Marin Martschewski noch Kameradozentin Sophie Maintigneux nach zwanzigjähriger Lehrtätigkeit offiziell verabschiedet.

PIKANTE ANEKDOTEN AUS DEM AKADEMIEALLTAG

Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit
Mit der Geschichte der dffb steht Jan Schütte auf Kriegsfuß. Als eine seiner ersten Amtshandlungen verfügte er, dass verdiente ehemalige Dozenten vom Emailverteiler der Akademie gelöscht wurden. Ein Helmut Färber sollte nicht mehr erfahren, welche Seminare und Veranstaltungen an der dffb stattfinden. Bald verschwandt auch die Darstellung der Geschichte der Akademie seit ihrer Gründung von der offiziellen Website. Im Internetarchiv von archive.org ist sie noch nachzulesen:
web.archive.org/web/20100927073009/http://www.dffb.de/html/de/akademie/geschichte

PIKANTE ANEKDOTEN AUS DEM AKADEMIEALLTAG

Die Gefahr von Aussen
In den letzten 24 Stunden hatte dieser Blog über 400 Leser und auch Direktor Jan Schütte hat ihn sich offensichtlich angeschaut. Bei einem Treffen mit den dffb-Dozenten heute Abend berichtete er von seiner Lektüre. Herrn Schüttes Aussage zufolge sind die Blogger nicht Teil der Akademie. Sind es die Studenten der HFF-Potsdam oder etwa die Taktiker aus Ludwigsburg?

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Veröffentlichungen und Berichte;
http://www.cargo-film.de/blog/2011/dec/14/abschaffung/
http://revolver-film.blogspot.com/2011/12/ohne-alibi.html
http://ueberbau.blogspot.com/2011/12/mehr-dazu.html
http://newfilmkritik.de/ 
http://www.artechock.de/film/text/special/2011/cinema_moralia/12_15.html
https://www.facebook.com/pages/IU-DEFA-Project/186185040637
Die Studenten der Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin

Nachricht an:
RA Matthias Trenczek
Kaiserdamm 100
14057 Berlin

Der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit
- Senatskanzlei -
Jüdenstraße 1
10178 Berlin

Zur Kenntnisnahme:
Direktion, Dozenten & Mitarbeiter der dffb
Das Kuratorium der dffb
Die Filmpresse

Offener Brief zur Auflösung sämtlicher Organe der studentischen Repräsentation an der Deutschen Film- und Fernsehakademie


Sehr geehrter Herr Wowereit,

hiermit möchten wir Sie darüber informieren, dass die StudentInnen der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) in der Vollversammlung vom 16.11.2011 beschlossen haben, sämtliche in den Statuten der dffb festgelegten Organe der studentischen Mitbestimmung (Studentenvertretung und studentische Vertretung im Akademischen Rat) nach vierzigjährigem Bestehen mit sofortiger Wirkung und ersatzlos aufzulösen.

Die vom Berliner Hochschulgesetz geregelte akademische Selbstverwaltung realisierte die dffb im Akademischen Rat. In diesem 1968 ins Leben gerufenen Gremium stimmten Studenten, Dozenten und Direktion über alle studienrelevanten Inhalte mit gleichem Stimmgewicht ab. Die Direktoren gaben so einen maßgeblichen Teil ihrer Macht ab, um das demokratische Ideal der Drittelparität zu verwirklichen.

Jan Schütte, seit 2010 Direktor der Akademie, hat das Gremium als Ort der Mitbestimmung von Studenten- und Dozentenschaft in der Praxis abgeschafft. Heute entscheidet die Direktion, welche Themen dort überhaupt verhandelt werden können, den Dozenten wird durch prekäre Anstellungsverhältnissen die Vertretung eigenständiger Positionen massiv erschwert. Ohnehin wurde der Akademische Rat im vergangenen Jahr nur ein einziges Mal einberufen und tagte unter Ausschluss der Akademieöffentlichkeit.

Die Vollversammlung hat in einem Brief den Vorsitzenden des Kuratoriums der dffb, Herrn Eberhard Junkersdorf, gebeten, diese Missstände zu beheben. Dieser Brief bleibt bis heute unbeantwortet.

Das Kuratorium reagiert nicht mehr auf Beschlüsse der Vollversammlung. Es nimmt seine Aufsichtsplichten nicht wahr. So findet keine Evaluation des Lehrbetriebs statt. Ebenso wenig stellt es sicher, dass die StudentInnen die kurrikulumsrelevanten Filmproduktionen machen können. Herr Schütte ist nicht an der dffb eingeführt worden, er hielt keine Antrittsrede.

Die studentische Vollversammlung stellt mit ihrer Entscheidung klar, dass sie nicht weiter eine Alibifunktion in einer dysfunktionalen akademischen Selbstverwaltung übernehmen will. Wir bitten Sie, die notwendigen Schritte einzuleiten, damit der akademische Betrieb der dffb wieder in vollem Umfang stattfinden kann.

Mit freundlichen Grüßen,
Die Studenten der dffb

Berlin, 14. Dezember 2011

PIKANTE ANEKDOTEN AUS DEM AKADEMIEALLTAG


Festivalerfolge illegaler Einreichungen
Drei der meistbeachteten Filme der Akademie in diesem Jahr - DER BRIEF von Doroteya Droumeva, Gewinnerin der Cinefondation des Filmfestivals de Cannes, ANNA PALOVLA LEBT IN BERLIN von Theo Solnik, Gewinner des Preises der Neuen Nationalgalerie für junge Filmkunst und DIE FINANZEN DES GROSSHERZOGS RADIKANT FILM von Maximilian Linz, Wettbewerbsbeitrag der Kurzfilmtage Oberhausen - wurden allesamt von der Direktion nicht zur Einreichung empfohlen.

Samstag, 19. November 2011

Dem Studentenverteiler entnommen:

Liebe StudentInnen,

nachdem Jan Schütte seit Beginn seiner Amtszeit in allen der Studentenschaft wesentlichen Themen einen ergebnisoffenen Dialog ablehnte, hat die Vollversammlung gestern beschlossen, die damit funktionslos gewordenen studentischen Gremien abzuschaffen. Damit gibt es keine studentische Vollversammlung, keine Studentenvertretung und keine Aka-Rat-Vertretung (für einen ohnehin nicht stattfinden Aka-Rat) mehr. Diese Entscheidung wird der Öffentlichkeit mitgeteilt.

Die ehemalige SV

Montag, 14. November 2011

Brief der Studentenschaft an Direktor Jan Schütte und die Mitglieder des Kuratoriums

Sehr geehrter Herr Schütte,
sehr geehrter Herr Junkersdorf,
sehr geehrter Herr Dr. Reupke,
sehr geehrte Frau Niehuus,
sehr geehrter Herr Geyer,
sehr geehrter Herr Bachmann,
sehr geehrter Herr Rogge,
sehr geehrte Frau Randow,
sehr geehrte Frau Thielen,
sehr geehrter Frau Tronnier,
sehr geehrte Frau Prof. Ziegler,
sehr geehrte Frau Dr. Nothelle,

Berlin, 27. Juni 2011

die Studentenschaft der dffb ist sehr besorgt um die Zukunft ihrer Akademie. Wir wenden uns an Sie, sehr geehrter Herr Schütte, und Sie, sehr geehrte Damen und Herren des Kuratoriums, in der Hoffnung, gemeinsam einer aus unserer Sicht fatalen Entwicklung Einhalt zu gebieten.

Woher rührt unsere Sorge? Insbesondere der intransparente und scheinbar willkürliche Verlauf von wichtigen Entscheidungsprozessen, aber auch das katastrophale Betriebsklima an der dffb sprechen eine deutliche Sprache: Selten war die dffb so weit entfernt von der progressiven Idee, die sie jahrzehntelang zu einer in Deutschland einzigartigen Institution gemacht haben.

„Am Anspruch, eine Opposition gegen die Nivellierung der Medienlandschaft zu bilden, und am antiautoritären Prinzip der Selbsterprobung hat sich in drei Jahrzehnten dffb nichts geändert. Mitbestimmung, Selbstverwaltung und Drittelparität im Akademischen Rat garantieren einen Freiraum, der es den Absolventen erlaubt, ihre Lehrer selbst vorzuschlagen und das Ausbildungskonzept mitzuentwickeln“, schrieb DIE ZEIT am 27.09.1996 zum dreißigjährigen Jubiläum.

Was ist heute davon übrig geblieben? Eine intransparente, autoritäre Machtausübung durch die Akademieleitung, eine lähmende Bürokratisierung und Hierarchisierung des alltäglichen Betriebs, ein Verschwinden der Schulöffentlichkeit. Damit geht die Vereinzelung der Studenten einher, deren Impulse, gemeinsam die Zukunft der Schule mitzugestalten, jäh zurückgewiesen werden. In der Angst vor Benachteiligung wagt kaum noch jemand seine Meinung frei zu äußern.

Zugegebenermaßen hat Ihr Amtsantritt, Herr Schütte, diesen schleichenden Prozess nicht in Gang gesetzt. Schon die Amtszeit von Ihrem Vorgänger Prof. Hartmut Bitomsky war von ähnlichen Entwicklungen bestimmt. Doch die Hoffnungen, Ihr Antritt als Direktor könnte vielleicht einen positiven Neuanfang bedeuten, wurden bislang mehr als enttäuscht.

Bis heute gab es weder eine öffentliche Vorstellung, noch wurden die Ideen und Ziele für die Zukunft der Akademie vor der Akademieöffentlichkeit formuliert, geschweige denn mit dieser diskutiert. Ein zweiwöchentlicher Termin mit Studentenvertretern diente der Besprechung von Nebensächlichkeiten wie der Neugestaltung der Cafeteria oder der Planung von Klassenfahrten. Wer also etwas über Ihre Ideen und Ziele für die Akademie erfahren wollte, dem blieben zwei Wege: Entweder konnte man versuchen, diese ansatzweise aus Ihren Presseinterviews herauszulesen, oder aber man musste die von Ihnen geschaffenen Tatsachen interpretieren.

Die Auseinandersetzungen um die Frage nach einer Weiterbeschäftigung des festen Regiedozenten Marin Martschewskis haben mehr als deutlich gemacht, wie die Akademie in Zukunft geführt werden soll, nämlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit (das heißt unter Ausschluss der Studenten und Dozenten). In einer Petition hatten sich 120 Studenten für den Verbleib von Marin Martschewski ausgesprochen. Martschewski erscheint uns als unverzichtbarer Garant für die Qualität der Ausbildung, auf den zu verzichten ihnen zum jetzigen Zeitpunkt unnötig und unklug erscheint. Die Akademieleitung hat bislang kein Konzept für die Berufung eines adäquaten Nachfolgers vorlegen können. Martschewski verfügt über einen filmischen Horizont, der das gesamte Spektrum von Kunst und Kommerz, von Fiktion und Dokumentation abdeckt. Aus Sicht der Studenten hat kein anderer der zahllosen freien Dozenten an der Akademie ein derart breites Verständnis filmischer Handschriften. An einer Schule, in der extrem unterschiedliche Erzählstrategien verfolgt werden, fungiert Martschewski als gemeinsamer Nenner und Bezugspunkt, während andere Dozenten eher für spezifische Gruppen als Mentoren funktionieren. Sein initialisierendes Seminar am Anfang des Studiums schafft überhaupt erst den Diskussionsraum, in dem die individuellen filmischen Positionen verhandelbar werden. Insofern ist dieses Seminar Bedingung für den Erfolg des gesamten Curriculums. Seine langjährige Verbundenheit mit der Akademie ermöglicht ein tiefgreifendes Verständnis von deren Spezifik. Aus diesen Überlegungen heraus erscheint ein übergangsloses Ausscheiden Martschewskis als grobe, unnachvollziehbare Fahrlässigkeit.

Im Gespräch mit Studentenvertretern, als Gast einer Vollversammlung und in einer Aussprache mit dem aufgebrachten ersten Jahrgang haben Sie, Herr Schütte, immer nur ihre Ablehnung einer aktiven und mündigen Einbindung der Studentenschaft in die Entscheidungsprozesse an der dffb kommuniziert. Aber nicht nur die Mitgestaltung dieser Prozesse wird den Studenten versagt, selbst die Möglichkeit des Nachvollzugs wird ihnen verunmöglicht. Auf die Forderung nach einer Weiterbeschäftigung Martschewskis verwiesen Sie auf „Kontexte, die sich durch den Senat und das Kuratorium ergeben und welche eine Weiterbeschäftigung unmöglich machen“ und streng vertraulich seien. Obwohl Sie selbst mit Ihren Aussagen die Senatskanzlei als eigentlichen Ansprechpartner benannten, reagierten Sie aggressiv auf einen höflichen Brief der Studentenschaft an Herrn Dr. Reupke, indem Sie die Kommunikation mit den Studenten bis auf weiteres einseitig beendeten und den gewählten Vertretern der Studentenschaft die Ausführung ihres Auftrags zur Absendung des Briefes als persönliches Versagen vorwarfen.

Die ungleiche, ungerechtfertigte Vergabe von Ressourcen und die damit indirekte Behinderung von Projekten, das demonstrativ mangelnde Interesse an Filmen bei gleichzeitiger uneingeschränkter Entscheidungsautorität über deren Freigabe, die nicht nachvollziehbaren Entscheidungen über Festivaleinreichungen oder die Aufforderung an die Mitarbeiter, mehr Distanz zu den Studenten zu wahren – in all diesen Punkten handeln sie nicht im Sinne der Studentenschaft, und damit nicht im Sinne der dffb. Dass mittlerweile der profilierte Produzent Peter Rommel als neuer leitender Produktionsdozent bekannt gegeben wurde, begrüßt die Studentenschaft sehr. Doch auch hier bleibt das ungute Gefühl, vor vollendete Tatsachen gestellt worden zu sein.

Die Studenten fühlen sich durch all diese Faktoren zunehmend als unmündige Angestellte in einer überbürokratisierten und autoritären Struktur, in der Engagement und freie Meinungsäußerung nicht nur unerwünscht, sondern als gefährlich gelten.

Sehr geehrter Herr Schütte, sehr geehrte Kuratoriumsmitglieder, all diese Probleme lassen sich auf einen Punkt zurückführen: Die Marginalisierung des Akademischen Rates als zentrales Entscheidungsorgan der dffb. Der Akademische Rat war über Jahrzehnte ein bewährtes Instrument, um Konflikte zwischen Akademieleitung, Dozenten- und Studentenschaft zu mediatisieren, um gemeinsame Lösungen zu finden, aber auch, um zu gewährleisten, dass Entscheidungsprozesse von der Akademieöffentlichkeit kritisch beobachtet werden können. Ein funktionierender Akademischer Rat könnte das verschobene Gleichgewicht wieder herstellen, für Entspannung des Betriebsklimas und einen konstruktiven Diskurs sorgen.

Für die Direktion ist der Akademische Rat nur ein beratendes Gremium, das zudem unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden soll. Ein Protokoll über den einzigen (!) Akademischen Rat unter Herrn Schütte am 9. März 2011 steht bis heute aus. Für die Studenten muss der Akademische Rat weiterhin das maßgebliche Entscheidungs-Gremium der Akademie bleiben, das „Fragen von grundsätzlicher Bedeutung“ (§7, Statut der dffb) drittelparitätisch und bindend entscheidet. Die ehemalige Vorsitzende der Senatskanzlei, Frau Barbara Kisseler, bekräftigte in einem Gespräch mit der Studentenschaft am 24.03.2010 zum wiederholten Male die Entscheidungskompetenz, die dem Akademischen Rat auch von Seiten des Senats garantiert werde. Die Studentenschaft betrachtet die Teilnahme an einem öffentlichen Akademischen Rat als Bedingung für ein aktives Studium. Nur so kann ein konstruktiver Diskurs, eine Bindung an und ein Engagement für die Akademie gewährleistet werden.

Scheinbar wird der Akademische Rat von der Akademieleitung als potentielle Gefahr betrachtet. Die Sorge ist unbegründet. Der Gründungsdirektor Dr. Heinz Rathsack zeigte sich in einem Zeitungsinterview aus den frühen Siebziger Jahren begeistert von dieser demokratischen Errungenschaft, die es nach Jahren schwerer Krisen ermöglicht hatte, endlich ein konstruktives Klima an der dffb herzustellen. In einem offenen und entscheidungsmächtigen Akademischen Rat könnten Akademieleitung, Studenten- und Dozentenschaft endlich wieder gemeinsam die Zukunft der Akademie gestalten, anstatt ihren Zersetzungsprozess durch gegenseitiges Misstrauen weiter fortzusetzen.

1972 beschreibt ein Journalist der ZEIT das Klima an der dffb in folgenden Worten: „Erster Eindruck, wenn man in die Akademie in einem Nebengebäude des Senders Freies Berlin kommt: eine gute Atmosphäre, offen und tolerant. Sehr selbstbewusste Studenten mit einem klaren Problembewusstsein von sich selbst, der Akademie, ihren Themen und Plänen, und eine Leitung und Verwaltung, die offenbar einzig für diese Studenten da sind. Die Atmosphäre in München erinnert eher an einen schulischen Betrieb: untereinander hoffnungslos zersplitterte Studenten, über die hinweg geplant, verwaltet und entschieden wird; die meisten kennen sich nur flüchtig und sind räumlich, psychisch und vom Lehrbetrieb her isoliert; Frustrationen, Lethargie, mangelnde Motivation bei den Studenten, zu viel institutionalisierter Leerlauf, Unverbindlichkeit, auch Inkompetenz und eine störende Hierarchie und Apparatur von Seiten der Hochschule.“ (DIE ZEIT, 15.12.1972)

Letztere Zustandbeschreibung der HFF München lässt sich heute traurigerweise unverändert auf die dffb übertragen. Sehr geehrter Herr Schütte, sehr geehrte Damen und Herren des Kuratoriums, wir möchten Sie bitten, mit uns gemeinsam die dffb wieder zu dem zu machen, was sie einmal war und wieder sein könnte. Die dffb zeichnete sich jahrzehntelang durch ein funktionierendes Modell akademischer Mitbestimmung aus, das die Studenten als mündige Partner respektierte und ihr Verantwortungsgefühl und Engagement für eine lebendige Akademie förderte. Die Studentenschaft wehrt sich gegen den langsamen Erstickungstod, das diesem Modell droht. Herr Schütte, wir möchten Sie dringend auffordern, den akademischen Rat in Zukunft regelmäßig für alle wichtigen Fragen einzuberufen und seine Entscheidungskompetenz anzuerkennen. Wir bitten zudem das Kuratorium, die Akademieleitung an ihre Verpflichtung (aber auch ihr eigenes Interesse) zu erinnern, wichtige Entscheidungsprozesse an der dffb wieder in den Akademischen Rat zu tragen und damit die erfolgreiche partizipative Tradition der dffb aufrecht zu erhalten.

Als ersten Schritt möchten wir Sie, Herr Junkerdorf, als Vorsitzenden des Kuratoriums der dffb zu einem schlichtenden runden Tisch mit der Akademieleitung, Dozenten- und Studentenvertretern in die dffb einladen. Bitte teilen Sie uns einen zeitnahen Terminvorschlag mit.

Mit freundlichen Grüßen,
die Studenten der dffb